Theatertherapie

Ausschnitt eines Originalfotos von Benjamin Fischer

Theatertherapie, auch Dramatherapie oder Englisch dramatherapy, ist eine Form der künstlerischen Psychotherapie und eng mit der Kunsttherapie verwandt. Bei beiden wird das eigene künstlerische Schaffen als therapeutisches Mittel eingesetzt. Während die Kunsttherapie gestalterisch mit Farbe oder Ton arbeitet, wird in der Theatertherapie der Raum als solches genutzt, um den eigenen Körper oder die eigene Stimme einzusetzen, sich in andere Rollen zu begeben und Begegnungen spielerisch zuzulassen. In diesem geschützten Rahmen ist es erlaubt, auch mal laut zu schreien oder Wut zu zeigen, sich groß zu fühlen obwohl man sonst eher klein ist, oder sich auch mal ganz klein und empfindsam zu zeigen obwohl man sonst immer stark sein muss.

Methoden der Theatertherapie

  • am häufigsten findet Theatertherapie als Gruppentherapie statt
  • versteckte Themen, Verletzungen, Emotionen, Ängste, Konflikte und Erlebnisse können auf kreative Weise hervorgeholt und verarbeitet werden
  • dabei wird nicht nur auf rationaler Ebene gearbeitet, sondern auch mit inneren Bildern, Symbolen, Metaphern, Märchen und dem Unbewussten, welches sich spontan und intuitiv, sprachlich und auch körperlich, ausdrücken darf
  • auch andere künstlerische Mittel können integriert werden, z.B. Musik, Tanz, bildende Kunst, Fotografie, Lyrik und Text

Für wen geeignet?

  • für Erwachsene, aber auch für Jugendliche und Kinder
  • für Menschen, die sich prinzipiell für Gruppentherapie und kreative Methoden öffnen können
  • ebenso für Menschen, die noch niemals Theater gespielt haben oder sich für schauspielerisch unbegabt halten
  • als Therapie bei leichten psychischen Symptomen
  • als Begleittherapie zu anderen psychotherapeutischen oder medikamentösen Therapieformen bei schwerwiegenderen psychischen Symptomen

Ausschnitt eines Originalfotos von Benjamin Fischer

Unterschiede zur Theaterpädagogik

  • Im Vordergrund steht ein therapeutischer Prozess
  • Grundlage können persönliche, als belastend empfundene Konflikte oder Traumata sein, aber auch bestimmte psychische oder psychosomatische Symptome
  • selten geht es um die Entwicklung eines größeren Theaterstücks
  • vielmehr sind die einzelnen Sitzungen (ca. 90 Minuten) in sich abgeschlossen und beinhalten Übungen, Spiele, Aufgaben usw. die nur innerhalb der Therapiegruppe gespielt werden, also ohne öffentliche Aufführung
  • es geht nicht um schauspielerische Leistung, es gibt kein "Richtig" oder "Falsch"
  • das Theaterspiel wird reflektiert, aber nicht bewertet im Sinne von "gut" oder "schlecht"
  • viel wichtiger sind Inhalt und Prozess, zum Beispiel: Was war mein biografisches Thema? Wie habe ich mich dabei gefühlt? Wie schwer oder leicht fiel es mir, eine bestimmte Emotion zu zeigen? Zu welchen Rollen fühle ich mich hingezogen und warum?
  • Theatertherapie lässt sich in klinischen aber auch in pädagogischen Feldern anwenden, wie etwa in der Flüchtlingsarbeit oder in der Arbeit mit behinderten Menschen
  • Theatertherapie eignet sich hervorragend für Erwachsene, kann aber auch mit Kindern und Jugendlichen gemacht werden

Fotos dieser Unterseite: Ausschnitte eines Originalfotos von Benjamin Fischer.

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