Der Schultütenbaum

Beinah wäre alles ins Wasser gefallen ...

Die diesjährige Theater-AG Klasse 3 hatte nur wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hinzu kam der kurzfristige Ausfall von drei Schülern wegen Krankheit, Kur und Umzug. Und so standen wir kurz vor der Aufführung erstmal recht ratlos da. Wie sollten wir das Stück trotz massiver Unterbesetzung meistern? Nach einer gemeinsamen Besprechung war für alle Kinder klar: Wir ziehen es dennoch durch! Schließlich ging es hier ja um die Einschulungsfeier der neuen Erstklässler.

 

Jetzt musste schnell umorganisiert werden. Obwohl die Kinder sich während der Sommerferien auf ihre Rolle und die Aufführung vorbereitet hatten, blieb uns jetzt nichts anders übrig, als Rollen aus dem Stück zu streichen und  jeweils zwei Figuren zu einer Rolle zu verschmelzen. Drei Kinder erklärten sich außerdem dazu bereit, kurzfristig noch eine zusätzliche zweite Rolle zu übernehmen, also "doppelt" zu spielen. Sehr mutig! Und so konnte die Aufführung doch noch gerettet werden.

Das Theaterstück!

Teil 1: Schulweg und Klassenzimmer

Im Stück geht es um Schulkinder einer 1. Klasse. Auf dem Schulweg begegnen sie ihren Klassenkameraden, erzählen sich vom letzten eigenen Fußballspiel und von neuen Ohrringen, müssen sich dann aber doch beeilen, um nicht zu spät in den Unterricht zu kommen. Im Klassenzimmer wird die freundliche Lehrerin Frau Regenbogen begrüßt. Sie hilft den Kindern bei ihren Aufgaben, muss aber auch eine Rüge aussprechen, als einer der Schüler einschläft und müde vor sich hermurmelt: "Nur noch fünf Minuten, Mami!"

 

Frau Regenbogen verkündet den heutigen Wandertag und alle Kinder freuen sich. Doch bevor es losgeht, werden die wichtigen Regeln abgefragt, die es im Wald zu beachten gilt:

  1. Keine toten Tiere anfassen
  2. Keine Pflanzen, Beeren oder Pilze essen, denn die könnten giftig sein
  3. Immer bei der Gruppe bleiben

Dann kann es losgehen ...

Teil 2: Im Wald des Schultütenbaumes

Im Wald tummeln sich die Tiere. Hase, Luchs und Wolf, ursprünglich auch noch ein Rabe und ein Schmetterling, schleichen, hoppeln und fliegen umher. Sie alle hören auf die Weise Frau des Waldes, die so etwas ist wie eine gute Hexe und die die Sprache der Tiere versteht. Mit ihrem weißen, reinen Umhang strahlt sie etwas Würdevolles, aber auch etwas Geheimnisvolles aus. Manchmal muss sie die Tiere auch ein wenig erziehen, zum Beispiel den Wolf, der eigentlich ein ganz Lieber ist und auf Kommando sofort "Sitz" macht, aber doch sooo gerne auch mal ein böser Wolf wäre.

 

Als die Schulklasse den Wald erreicht, verstecken sich die Tiere und beobachten alles. Die Kinder sind ziemlich laut, sie lachen und schreien, das gefällt den Tieren nicht. Aber die Kinder entdecken auch die vielen wundersamen Dinge des Waldes, staunen und freuen sich. Denn hier wachsen Walderdbeeren, da ragt ein riesiger Ameisenhaufen empor und dort drüben huscht ein Rehlein vorbei. Die Kinder sind ganz aufgeregt und dabei vergisst einer der Schüler eine ganz wichtige Regel: "Immer bei der Gruppe bleiben." Er entdeckt einen großen Steinpilz und bemerkt dabei nicht, wie die anderen Kinder und die Lehrerin schon weitergehen.

 

Zum Schluss versammeln sich Schulklasse, Tiere und Waldarbeiter unter dem Schultütenbaum. Die Weise Frau des Waldes holt ihr Zauberbuch hervor und beginnt einen kleinen Zauber mit wundersamer Melodie. Alle schauen und hören ganz gebannt zu. Dann endlich darf die Schultüte geerntet werden, die schon lang da oben hängt und schon ganz ungeduldig ist. Und als sie davongetragen wird, taucht endlich auch der vermisste Schüler wieder auf und fragt: "Hab ich was verpasst?"

 

Umrahmt wurde das Stück mit Halbplayback und Melodien von Ralf Zuchowski aus dem Musical "Der kleine Tag".