Ozeanien in Gefahr

Oder: Blabla und blubblub retten die Unterwasserwelt

Plastik findet sich überall in unserem Leben: Plastiktüten, Müllbeutel, Verpackungen, Plastikspielzeug, Plastikbecher, Strohhalme und nicht zuletzt die Zahnbürste. Doch vieles davon fliegt irgendwann als Müll durch die Luft, fließt durch Gewässer, ... und landet schließlich in den Ozeanen. Wie problematisch dieser Plastikmüll für unsere Meere ist, davon handelt das Theaterstück "Ozeanien in Gefahr", welches die Theater-AG Klasse 4 für den "Szenenwechsel 2017" selbst entwickelte. Und da alle 27 Kinder selbstverständlich eine eigene Rolle wollten, entstanden vieeele interessante Figuren.

#1: Die Pinguine

Drei Liegestühle am Strand, dazu Drinks mit Strohhalm und ein fröhliches Liedchen auf den Schnäbeln: Dubdidubdidu ... So genießen die Pinguine ganz gechillt den sonnigen Tag und lassen es sich gut gehen. Das Leben ist lustig und gemütlich und alles andere ist egal. Becher und Strohhalme werden kurzerhand in einem großen Bogen nach hinten geworfen, denn der Weg bis zum Mülleimer scheint unnötig weit.

#2: Die Meerjungfrauen

Etwas naiv und stark auf sich selbst bezogen denken die drei Meerjungfrauen nur an ihre Schönheit. Dabei sind sie eigentlich von Natur aus hübsch und hätten eine "Aufwertung" gar nicht nötig. Doch den Plastikmüll, der überall am Strand herumliegt, entdecken sie als wunderschönen Schmuck, denn er glänzt und glitzert in knalligbunten Farben. Und so präsentieren sich die drei Damen mit allerlei Armbändern, Ketten, Ringen, einem Röckchen und einer Krone, von denen sie so fasziniert sind - und die doch eigentlich nichts weiter sind als Plastikmüll. "Bin ich nicht schön?" fragen sich die Meerjungfrauen gegenseitig. "Wunderschön!" ist stets die Antwort.

#3: Neptuna

Herrscherin des Meeres und Mutter der drei Meerjungfrauen ist Neptuna - wunderschön und intelligent, aber auch ein wenig verzweifelt. Denn Neptuna muss mit ansehen, wie sogar ihre eigenen Töchter bei der Vermüllung des Meeres mitmachen. Es macht sie traurig und wütend, dass der gigantische Ozean, der Jahrmillionen lang sauber und voller Leben war, nun plötzlich in Gefahr gebracht wird.

#4: Der Fischschwarm

Fast immer gegenwärtig ist ein friedlicher Schwarm aus rot-orangenen Fischen. In harmonischen, fließenden Bewegungen schwimmt er über die Bühne, zwischen Stühlen und Säulen hindurch, vorbei an der von Licht durchfluteten Kulisse. Denn die großen Fenster der Aula sind mit riesigen Plastikfolien behangen, welche von der Kunst-AG Klasse 3 und 4 mit allerlei Meerestieren in Blau, Grün und Silber bemalt wurden. So befindet sich der Zuschauer mittendrin im Geschehen, wie in einem riesigen Aquarium, und wird Teil der Unterwasserwelt.

#5: Das Kochteam im Ocean-TV

Ob man es glaubt oder nicht: Selbst in der Unterwasserwelt gibt es Fernsehen - nämlich "Ocean-TV". Und der Fischschwarm schaut begeistert seine Sendungen. Es läuft eine Kochshow, in welcher es dieses Mal um die Zubereitung eines köstlichen Meeresalgensalates geht. Beim Weiterschalten zum nächsten Sender hört man in den Nachrichten die beunruhigende Neuigkeit, dass immer mehr Meeresbewohner ins Krankenhaus eingeliefert werden und einige sogar in Lebensgefahr schweben. Bauchschmerzen und Übelkeit seien die ersten Anzeichen der Epidemie.

#6: Richterin Schildkröte Salesch

Ebenfalls im Ocean-TV vertreten ist die Schildkröte "Richterin Salesch". Sie klärt in ihrer Gerichtssendung allerhand Fälle, wie etwa den des Tintenfisches Toni, der beschuldigt wird, mehrere hundert Muscheln illegal mit Graffiti besprüht zu haben. Für die Nachrichtensendung wird die Schildkröte als Expertin hinzugezogen und um Stellungnahme gebeten. Ihr Fazit: Ja, Ozeanien ist in Gefahr.

#7: Der schlaue Fisch

Im Fischschwarm befindet sich auch der "schlaue Fisch". Er ist ziemlich neunmalklug und beginnt fast jeden Satz mit erhobenen Zeigefinger und den Worten: "Nun denn, meine Freunde." Ein bisschen nervig ist das schon. Tatsächlich hat der schlaue Fisch die katastrophalen Geschehnisse in Ozeanien aber schon seit einiger Zeit vorausgesagt - und nun muss es endlich einen Plan geben. Den hat der schlaue Fisch auch - was er jetzt noch braucht, sind Freiwillige, die den Plan in die Tat umsetzen.

#8: Blabla und Blubblub

Als Freiwillige für die gefährliche Mission melden sich unsere Helden der Geschichte, die Fische Blabla und Blubblub. Sie wollen in das Labor der Meeresforscher eindringen und so alle wichtigen Informationen bekommen, um die Ursache für die Epidemie herauszufinden.

#9: Bibi und Bubu

Die Fische Bibi und Bubu melden sich als Helfer. Sie wollen Blabla und Blubblub begleiten und vor dem Labor Wache stehen, damit ihren Freunden nichts passiert.

#10: Die Meeresbiologen

Drei Meeresbiologen tauchen am Boden des Ozeanes entlang, durch ein Schiffswrack hindurch, sammeln allerlei Proben und geben sich gegenseitig Zeichen. Dann verschwinden sie in ihrem Labor, untersuchen ihre Proben und machen eine beunruhigende Entdeckung: Die Meeresbewohner, egal ob Fische, Wale oder Seevögel, werden sehr krank und sterben - denn sie halten den Plastikmüll für Futter und fressen ihn. Und da das ganze Meer bereits voller Müll ist, sind es auch sehr viele Tiere, die daran sterben. Das bringt das ganze biologische Gleichgewicht des Ozeans durcheinander.

#11: Die drei Haie

Wer ist Schuld? Die Pinguine sicherlich. Und auch die Meerjungfrauen. Doch hinter all dem stecken noch größere Ganoven, nämlich die Haie, die aus der ganzen Meeresverschmutzung ein großes Geschäft machen wollen. Obwohl sie ganz genau wissen, welche Folgen der ganze Plastikmüll hat, sehen sie nur das Geld und sind ständig am Rechnen. Denn es ist ihnen nur recht, dass die naiven Meerjungfrauen den Müll für wertvollen Schmuck halten. So können sie ihnen billigen Plastikmüll verkaufen und selbst dabei richtig reich werden. "Wir haben noch jede Menge davon, in Rot und Blau und Gelb und Grün" preisen sie ihre Ware an und verlangen Muscheln dafür, welche die Meerjungfrauen im Publikum einsammeln und den Haien abliefern.

#12: Das Seepferdchen

Ruhig, unscheinbar, unauffällig. Irgendwie als "Außenseiterin" im Fischschwarm wird das kleine Seepferdchen gar nicht richtig wahrgenommen. Doch als die Haie die Tür des Labors zuschlagen und versperren und nicht nur Blabla und Blublub, sondern auch Bibi und Bubu eingesperrt sind, da ist das Seepferdchen ganz unverhofft zur Stelle und befreit sie. Sie ist der heimliche Held der Geschichte, immer im Hintergrund, aber im entscheidenden Moment sofort zur Stelle.

#13: Die drei Seestern-Sheriffe

Zuerst tauchen die Seestern-Sheriffe auf, als sie die Meeresbiologen argwöhnisch beobachten und sich untereinander nicht ganz sicher sind, ob es sich hierbei um gefährliche Eindringlinge oder doch nur um Brillenfische oder vierarmige Oktopusse handelt. Und zum Schluss sind sie es, welche die Haie festnehmen und zu Richterin Schildkröte Salesch bringen. Nun erhalten die Haie nicht nur eine saftige Strafe durch die Schildkröte, sondern auch noch eine ordentliche Rüge von Neptuna.

Schulband und Solokünstler!!!

Besonderer Dank geht auch dieses Jahr wieder an Musiker und Musiklehrer Raphael Lindeke. Durch seine musikalische Leitung wurde das Theaterstück wunderschön umrahmt.

 

Die neue Schulband, bestehend aus Jugendlichen der VKL-Klasse, spielte drei Songs an Keyboard, Schlagzeug und Gitarre. Vielen Dank! Und zum Abschluss sangen die Theaterkinder zusammen mit den zusätzlichen Chorkindern "We are the world", mit vielen kleinen Soloparts - echt schön.

 

Als besonderes Highlight kann wohl das Stück "Nur noch kurz die Welt retten" gesehen werden. Die Idee dazu kam von den Kindern selbst, passend zum Inhalt des Theaterstücks. Hervorragend und professionell performed von zwei Jungs und einem Mädchen der Theater-AG Klasse 4, im Refrain gemeinsam, in den Strophen als Soloparts. Wow - was für ein Mut! Alle Achtung! Da waren Herz und Seele dabei und als Zuschauer und Zuhörer hat man wirklich Gänsehaut bekommen. Auch an euch nochmals ein herzlichen Dankeschön!