Wie läuft Theatertherapie (Dramatherapie) ab?

Gruppentherapie

Dramatherapie eignet sich besonders gut für kleine Therapiegruppen mit 6 - 8 Personen. Die Therapie verläuft über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten, ein- oder zweimal pro Woche. Eine Therapieeinheit dauert meist 90 Minuten. Darüber hinaus sind therapeutische Einzelgespräche zwischen Therapeutin und Klient/in sinnvoll.

Material

Es kann mit vielfältigem Material und unterschiedlichen Medien gearbeitet werden, zum Beispiel: Fotografie, Text, Papier und Farbe, Musik, Bewegung im Raum, dem eigenen Körper, der eigenen Stimme, allein in der Gruppe, zu zweit in der Gruppe, mit der ganzen Gruppe, mit Masken, Requisiten, Handpuppen, Tierfiguren, Rauminstallationen, einzelnen oder mehreren Stühlen, farbigen Tüchern, ...


Ablauf einer Sitzung

Niemand wird "ins kalte Wasser" geworfen. Die ersten Therapieeinheiten sind dazu da, ein vertrauensvolles Gruppengefühl zu entwickeln, Erwartungen und Ziele zu klären sowie die Methoden kennenzulernen. Es besteht immer die Möglichkeit, an einer Übung nicht teilzunehmen, wenn man sich dabei unwohl fühlt.

Auch eine einzelne Sitzung ist so aufgebaut, dass zu Beginn Zeit ist "warm" zu werden, zu äußern wie man sich gerade fühlt, langsam miteinander in Kontakt zu kommen. Erst dann beginnt die eigentliche Therapie. Am Ende jeder Therapieeinheit gibt es außerdem eine Abschlussrunde zum "Runterkommen" und Ausklingen der Sitzung.


Methoden


Da Theater- bzw. Dramatherapie in Deutschland noch recht unbekannt ist, möchte ich an dieser Stelle ein paar konkrete Methoden vorstellen. Diese können mit Methoden aus anderen Therapierichtungen ergänzt werden, zum Beispiel Gesprächstherapie, Gestalttherapie, Schematherapie oder weiteren Kreativtherapien.

Raumlauf

Der Raumlauf ist eine Basismethode in der Theatertherapie und wird oft als Einstieg genutzt. Der Körper und die eigene Aufmerksamkeit werden aufgewärmt. Die Teilnehmenden gehen kreuz und quer durch den Raum, während die Anleiterin Impulse in die Gruppe gibt, zum Beispiel langsam auf Zehenspitzen zu gehen oder schnell und zielgerichtet zu laufen. Zunächst wird sich auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers konzentriert, auf verschiedene Körperteile, auf mögliche Verspannungen. Die Wahrnehmung öffnet sich dann für den Raum, durch den man geht, also für alles, was man sieht, riecht, hört, fühlt, zum Beispiel Temperaturunterschiede der Luft. Anschließend wird versucht, auch die anderen Personen bewusst wahrzunehmen.


Heldenreise

Die Heldenreise kann auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden, zum Beispiel als 6-Bilder-Geschichte. Dabei denken sich die Teilnehmenden jeweils eine Hauptfigur ("Held") für eine eigene kleine Geschichte aus, die in sechs einzelnen einfachen Bildern aufgemalt wird. Diese Figur befindet sich zuerst in einer Ausgangssituation, doch dann kommt ein "Ruf", dem sie folgen will, hin zu einem Ziel. Dabei stellt sich ein Hindernis in den Weg, aber es steht auch ein Helfer oder eine Helferin zur Seite. Am Ende der Geschichte erhält der Held ein Elexier, etwas Neues, das er aus der gemachten Erfahrung mitnimmt. Die Heldenreise kann anschließend als Rollenspiel umgesetzt werden, wobei die Autorin der Geschichte nicht unbedingt mitspielen muss, sondern auch Zuschauerin sein darf.


... wird noch ergänzt